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Forschung/Lehre - TCM-Forschung

TCM-Forschung
Am Hamburger TCM-Zentrum werden im Rahmen der klinischen und der Grundlagenforschung die Erfolge der TCM-Therapien untersucht.

Im HanseMerkur Zentrum für TCM am UKE untersuchen Ärzte, Biologen, Physiker und Technische Assistenten gemeinsam die Wirkungsweise der Therapieformen. Die klinische Forschung zur Wirkung der TCM soll nicht nur beschreibende Wirkung haben und mehr sein als die Betrachtung von Einzelfällen. Um belastbare Ergebnisse zu erzielen, werden randomisierte und verblindete Studien erstellt. Mit Verfahren der Zell- und Molekularbiologie, biochemischen Methoden sowie dem Einsatz physikalischer Messparameter führen die Wissenschaftler Untersuchungen durch. Sie forschen über die Wirkungen der chinesischen Arzneipflanzen auf das Nervensystem, an der Haut und auf das Fettgewebe oder über neurobiologische Mechanismen der Akupunktur. Dies hat das Ziel wissenschaftlich nachzuvollziehen, was die praktische Erfahrung seit mehreren tausend Jahren zeigt. Im Fokus verschiedener Studien stehen Erkrankungen wie Parkinson und Polyneuropathie, Adipositas, die Effekte auf die Schmerzverarbeitung oder die Wundheilung.

Erste Erfolge zeigt eine gemeinsame Untersuchung mit der Tongji-Universität Shanghai zu nervenzellschützenden Effekten von chinesischen Heilkräutern, die langfristig die Behandlungsmöglichkeiten bei Morbus Parkinson verbessern könnten. Weitere Studien gibt es zu einem speziellen Akupunkturkonzept, das bei Patienten mit Polyneuropathie eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um Nervenschäden in den Füßen, die z.B. durch Diabetes oder nach Chemotherapie entstehen und zu Schmerzen und Gangstörungen führen. In Kooperation mit der Hautklinik des UKE wurden die Effekte von Heilkräutern auf die Wundheilung untersucht; diese Arbeit wurde mit dem Bionorica-Forschungspreis ausgezeichnet.

In einer bereits abgeschlossenen Untersuchung, die gemeinsam mit der Unfallchirurgie des UKE durchgeführt wurde, konnten Soforteffekte durch Akupunktur bei der schmerzhaften Schultersteife (Frozen Shoulder) nachgewiesen werden. Gemeinsam mit der Neurophysiologie des UKE wurden Hinweise auf die Wirkmechanismen dieser Therapie gefunden; Akupunktur verändert die Verschaltung von Schmerzzentren im Gehirn und reguliert das vegetative Nervensystem. Auf Initiative der ETH Zürich sowie in Zusammenarbeit mit der Universität Genf und der Forschungsgruppe „Zellulärer Lipidstoffwechsel“ des UKE untersuchen die Wissenschaftler des Zentrums die Wirkung von Arzneikräutern auf Fettstoffwechselstörungen.


Berufsbegleitendes Studium in Chinesischer Medizin für Ärzte 

Akupunktur Figur

Einschreibung für das Wintersemester 2019/2020: Seminar „ Einführung in die Chinesische Medizin“ informiert am 16.10.2019 in Hamburg

Fundiertes Wissen in Chinesischer Medizin vermittelt der berufsbegleitende Master-Studiengang für Ärzte aller Fachrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet, den unser Zentrum gemeinsam mit der Weiterbildungsakademie des UKE und der TCM-Universität Shanghai durchführt. Zu Beginn des nächsten Semesters am 24. Oktober 2019 stehen nun erneut zehn Plätze zur Verfügung.

Mit der beruflichen Tätigkeit lässt sich der Studiengang gut vereinbaren: Die Postgraduierten-Ausbildung ist in Blockseminaren organisiert. Deutsche und chinesische Dozenten unterrichten über drei Jahre in Hamburg, pro Jahr ist ein Kurzaufenthalt in Shanghai vorgesehen. Zum neuen Semester werden nun auch erstmals Zahnärzte, Apotheker und Medizinstudenten ab dem 6. Semester zugelassen, für Physiotherapeuten gibt es besondere Module.

Für Kurzentschlossene bietet das Seminar „ Einführung in die Chinesische Medizin“ am Mittwoch, 16. Oktober 2019, 18.00 Uhr im SR 201, UKE Campus-Lehre N55, einen Einstieg ins Thema. Im Anschluss an die Veranstaltung können Interessenten sich im Gespräch mit dem Leiter des Studiengangs PD Dr. Sven Schröder informieren und sich bei freien Restplätzen einschreiben.

Weitere Informationen und Einschreibungsunterlagen finden Sie hier.

Kontakt über lehre@tcm-am-uke.de


Ein Jubiläum und qualitätsgeprüfte China-Medizin aus Stralsund – Startschuss für Kompaktat-Konfigurator unseres Allianzpartners ConPhyMed Pharmaceutical

Akupunktur Figur

Am 22. August 2019 wehten vor dem ehrwürdigen Rathaus von Stralsund die chinesische, die deutsche und die Flagge der Hansestadt einträchtig nebeneinander und kündeten von einem besonderen Tag für die große Kreisstadt im Landkreis Vorpommern-Rügen. Zum einen feierte das lokale Konfuzius-Institut seinen dritten Geburtstag. Zum anderen fiel der Startschuss für die Verarbeitung von Kompaktaten, einer modernen Form der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), durch die Stralsunder Rats-Apotheke. Der Oberbürgermeister öffnete den Loeweschen Saal im Rathaus und verlas ein Grußwort der Bundeskanzlerin. Auch der Botschaftsrat der Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland begrüßte die Festgemeinde.

Prof. Dr. Falk Höhn, der Direktor des Stralsunder Konfuzius Instituts, zugleich Minderheitsgesellschafter des HanseMerkur Zentrums für TCM am UKE, wies darauf hin, dass sich seit Gründung der achtzehntenvon mittlerweile 20 jener Einrichtungen zur Vermittlung der chinesischen Sprache und Kultur vor drei Jahren der Chinesisch-Unterricht an den Universitäten Stralsund und Greifswald etabliert und auch Rostock bereits Interesse angemeldet habe. Der inhaltliche Schwerpunkt seines Instituts sei allerdings die Vermittlung von Themen rund um die TCM. Und so gab er seiner Freude Ausdruck, dass mit dem Vertrieb einfacher Darreichungsformen der TCM „für Europa eine neues Zeitalter für qualitätsgeprüfte chinesische Medikamente“ begonnen habe.

Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow begrüßte die Festgemeinde in der „schönsten Hansestadt der Welt“, sprach von der wertvollen Bereicherung „unserer klassischen Schulmedizin durch die TCM“ und würdigte die „Pionierleistung der Rats-Apotheke“ am Alten Markt, deren Versandhandel von qualitätsgeprüften TCM Arzneipflanzen mittlerweile 90 Prozent vom Handel mit China-Medizin umfasse. Der OB verlas darauf ein Grußwort von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die am 30. August 2016 schon der Eröffnung des lokalen Konfuzius Instituts beigewohnt hatte. Die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Vorpommern-Rügen/Vorpommern Greifswald 1 schrieb darin u.a.: „Mit der Eröffnung der ersten Apotheke, die qualitätsgeprüfte Kompaktate chinesischer Arzneimittel in Deutschland anbietet, wird eine wichtige Komponente der chinesischen Medizin in Stralsund etabliert.“

Auf Deutsch führte der Botschaftsrat für Bildung aus der Botschaft der VR China, Dr. LIU LiXin, aus, dass die Öffnung der Kompaktate für den deutschen und europäischen Markt „eine der wunderbarsten Kooperationen zwischen beiden Ländern“ markiere. „Die chinesische Medizin ist für mich eine Art von Kunst. So kann man mit Freude seine Gesundheit genießen. Die Weltoffenheit Stralsund hat erst zu dieser prächtigen Entwicklung geführt.“ Weniger poetisch aber dafür nicht weniger anerkennend, sprach der Vizepräsident vom Projektpartner aus dem Reich der Mitte, der Anhui Jiren Pharmaceutical Group aus dem chinesischen Bozhou, CAO Yong, von einer „bahnbrechenden Pharmazieentwicklung nach strengen europäischen Arzneikriterien“. Die Anhui-Provinz sei ein Kerngebiet für die Produktion chinesischer Arzneipflanzen und „TCM ein Juwel der chinesischen Kultur und damit ein wichtiger Beitrag zum Wohlstand der Gesellschaft sowie ein wichtiges Aushängeschild des Landes.“ Durch die Kompaktate würden neue Maßstäbe in der TCM gesetzt. Jiren handelt, verarbeitet und veredelt seit fast 40 Jahren qualitativ hochwertige TCM-Produkte und beschäftigt 1.400 Mitarbeiter.

In der Rats-Apotheke Stralsund wurde dann um 14.25 Uhr durch Apotheker Dr. Peter Cramer, den CEO der Anhui Jiren Pharmaceutical Group, ZHU Qiang sowie Dr. Thomas Friedemann, dem Geschäftsführer der ConPhyMed Pharmaceutical, einem Allianzpartner des HanseMerkur Zentrums für TCM am UKE, feierlich der Kompaktat-Konfigurator enthüllt. Die Maschine, offiziell als ConPhyMix 2.1 im Betrieb, ermöglicht es der Rats-Apotheke als erster in Deutschland, jedes Rezept grammgenau aus 240 Kompaktaten zusammenzustellen und direkt zu verpacken, inkl. Etikettierung mit QR-Code. Neben der Misch-, Portionierungs- und Verpackungsmaschine steht der ConPhyStore120, der in 120 Zylindern die gleiche Anzahl an Kompaktaten fassen kann. Der Vorteil des Verfahrens: Im Gegensatz zur klassischen Rohdroge, deren Handhabung aufwendig ist, da sie vor Nutzung mehrere Stunden jede Woche (erneut) ausgekocht werden muss und bei der Lagerung des Suds auch noch das Risiko für Pilz-und Bakterienbefall gegeben ist, ist die Handhabung deutlich einfacher und in den Alltag integrierbar.

Die Produktion der ConPhyMed-Kompaktate findet beim chinesischen Partner Jiren in Bozhou statt. Die aus den Arzneipflanzen gewonnenen Extrakte werden getrocknet und zu kleinen, unregelmäßigen Körnchen gepresst. Diese müssen vor der Einnahme nur mit Heißwasser aufgegossen werden. ConPhyMed schlägt aber nicht nur eine Brücke zwischen ostasiatischer Erfahrungs-medizin und westlicher wissenschafts-basierter Phytotherapie (pflanzliche Arznei-mittel). Das Unternehmen garantiert hochwertige, kontrollierte und sichere chinesische Heilkräuter im gesamten Prozess: vom Saatgut über Pflanzung und Wachstum bis zur Ernte. Von der Verarbeitung über die Kompaktatherstellung bis zu Lagerung, Logistik und individueller Mischung. ConPhyMed ist dabei überzeugt, dass „in den über 60.000 Kombinationen chinesischer Heilpflanzen Potenziale stecken, die mit der westlichen Medizin allein nicht ausgeschöpft werden können.“ PD Dr. Sven Schröder, Leiter des HanseMerkur Zentrums für TCM am UKE, freut sich über das Rückverfolgungssystem bei der Kompaktatproduktion, bei der die Rohdrogen ausschließlich durch Wasser extrahiert werden und welche die Anforderungen der chinesischen und europäischen Arzneibücher durch Überprüfungen zertifizierter EU-Labore erfüllt: „Es gibt keine Alternative zur strengen Qualitätskontrolle von Kräutermedizinprodukten. Chinesische Arzneimittel sind Medizinprodukte.“

 

HanseMerkur Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Freie und Hansestadt Hamburg

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